Software-RAID 1 wiederaufbauen
Diese Anleitung zeigt, wie Sie nach einem Festplattenausfall eine Ersatzplatte in ein Linux-Software-RAID 1 (mdadm) einbinden: Partitionstabelle kopieren, RAID synchronisieren und den Bootloader GRUB neu installieren. Sie richtet sich an Dedicated Server, bei denen eine defekte Festplatte gerade getauscht wurde.
Achtung: Dieser Vorgang erfordert volle Konzentration. Sie müssen strikt zwischen der gesunden Platte (Quelle) und der neuen, leeren Platte (Ziel) unterscheiden. Eine Verwechslung führt zum totalen Datenverlust.
So funktioniert es
Stellen Sie sich Ihr RAID wie zwei identische Bücher vor. Wenn eines zerstört wird, kaufen Sie ein neues mit leeren Seiten. Um das RAID wiederherzustellen, müssen Sie zuerst die gleichen Linien (Partitionierung) auf die leeren Seiten zeichnen und dann den Text (Synchronisation) vom Original kopieren. Am Ende stellen Sie sicher, dass das neue Buch beim Starten auch „gelesen“ werden kann (Bootloader).
Schritt 1: Die leere Platte vorbereiten
Ein RAID funktioniert nur, wenn die Partitionen auf beiden Platten identisch sind. Wir kopieren den „Bauplan“ von der gesunden Platte (z. B. sdb) auf die neue Platte (z. B. sda). Bei Platten mit MBR-Partitionstabelle verwenden Sie statt sgdisk den Befehl sfdisk -d /dev/sdb | sfdisk /dev/sda.
Festplatten identifizieren
Prüfen Sie, welche Platte Partitionen hat und welche leer ist:
Layout replizieren (GPT/Modern)
Dieser Befehl kopiert die Struktur von sdb nach sda und gibt der neuen Platte eine eindeutige ID:
Schritt 2: Daten kopieren
Nachdem die neue Platte die richtigen „Einteilungen“ (Partitionen) hat, weisen wir das System an, die eigentlichen Daten hineinzukopieren.
Partitionen dem RAID hinzufügen
Fügen Sie die neuen Partitionen (sda1, sda3 usw.) zu Ihren bestehenden RAID-Verbunden (md0, md1) hinzu:
Fortschritt überwachen
Das System ist nun mit dem Kopieren beschäftigt. Schalten Sie den Server nicht aus, bis der Vorgang abgeschlossen ist:
Schritt 3: Platte bootfähig machen
Die Spiegelung kopiert Ihre Dateien, aber nicht den versteckten „Start-Code“ (Bootloader). Ohne diesen Schritt wird Ihr Server nicht starten, falls die andere Platte später ausfällt. Im laufenden System genügen grub-install /dev/sda und update-grub. Die folgenden Befehle gelten für den Rescue-Modus, in dem Sie das System zuerst einhängen und per chroot hineinwechseln. Unter AlmaLinux und Rocky Linux verwenden Sie stattdessen grub2-install und grub2-mkconfig -o /boot/grub2/grub.cfg.
Hardware-Defekt bestätigt?
Im Falle eines technischen Defekts tauschen wir Ihre Festplatte kostenlos aus. Eröffnen Sie dazu bitte ein Hardware-Ticket in Ihrem PowerPanel.